Abgeschlossene Forschungsprojekte

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Erforschung Regionaler Unfallschwerpunkte

Ziel des Projekts war es, die Ursachen für regionale Unterschiede im betrieblichen Unfallgeschehen zu erforschen und auf dieser Basis Vorschläge für präventive Maßnahmen abzuleiten. Die Ursachenanalyse konzentrierte sich deshalb vor allem auf Merkmale, die prinzipiell veränderbar sind. Die Ursachenanalyse, die Bewertung der erhobenen Daten und die Gestaltung bzw. Ableitung von präventiven Maßnahmen bilden somit eine Einheit.

Zwischen den Bundesländern gibt es sowohl bezüglich der Arbeitsunfälle als auch der neuen Unfallrenten gravierende Unterschiede: So hat Mecklenburg-Vorpommern mit 38,86 Arbeitsunfällen auf 1.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 1,5 mal so viele Arbeitsunfälle wie Hamburg mit 25,41 Arbeitsunfällen auf 1.000 Pflichtversicherte.

Die Datenlage, auf der diese Beobachtungen beruhen, stellte sich allerdings als wenig belastbar heraus. Das Projekt "Arbeitsunfälle Betriebe" hat die aufgezeigten Lücken in der Datenlage geschlossen und die Indikatoren zur Erklärung regionaler Unterschiede im Unfallgeschehen innerhalb Deutschlands aufgezeigt.


Bild: IAG/Maennel

Neue Wege bis 67 - Praxistipps für ein längeres Arbeitsleben

Für viele Beschäftigte in körperlich harten Berufen wie in der Metallbranche bedeutet es eine Herausforderung, bis 67 zu arbeiten. Zusammen mit der ZEIT-Stiftung und der Handelskammer Hamburg hat das Institut für Arbeit und Gesundheit der DGUV Mitarbeiter zweier Hamburger Betriebe befragt und aus den Ergebnissen Handlungsempfehlungen für Beschäftigte und deren Personalverantwortliche in Produktionsberufen entwickelt. Die Praxistipps zeigen, wie Arbeitnehmer bis zum gesetzlichen Rentenalter von 67 Jahren gesund und leistungsfähig bleiben können und welche Maßnahmen Personalentwickler ergreifen können, um das zu gewährleisten. Die Broschüre "Neue Wege" bis 67 finden Sie hier. (PDF, 1,3 MB)


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Trainings- und Transfereffekt kognitiver Spiele

Eine gute Mischung aus kognitiven und körperlichen Anforderungen sowie abwechslungsreiche Aufgaben in der Arbeit gelten als erstrebenswert. Der Arbeitsalltag sieht jedoch häufig anders aus. Darüber hinaus werden Beschäftigte im Zuge der Digitalisierung zunehmend vor neue Anforderungen und Herausforderungen gestellt, auf die sie schnell und flexibel reagieren müssen. Entsprechend werden arbeitsintegrierte, alternsgerechte oder mobile Lernformen zu wichtigen Aufgaben der DGUV. Ziel unserer Studie war es zu untersuchen, ob der Einsatz kognitiver Spiele im Rahmen von „Denkpausen“ bei körperlich belastenden oder monotonen Berufen Trainings- und Transfereffekte in arbeitsnahe Aufgaben mit sich bringt. Die Ergebnisse einer Pilotstudie zeigen keinen Transfereffekt des Trainings auf andere Aufgaben. Allerdings konnten aufgrund der kleinen Stichprobe keine statistisch abgesicherten Aussagen getroffen werden.


Bild: IAG

Evaluation der Kampagne "Denk an mich. Dein Rücken"

Von 2013 bis 2015 führte die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, ihre Träger sowie die Knappschaft die Präventionskampagne "Denk an mich. Dein Rücken" durch. Die Evaluation dieser Präventionskampagne wurde vom IAG geleitet und erfolgte auf neun verschiedenen Ebenen. Der Evaluation liegt ein erprobtes Wirkungsmodell zu Grunde. Im IAG Report 5/2017 ist die Evaluation der Präventionskampagne „Denk an mich. Dein Rücken“ hinsichtlich Planung, Durchführung und zentraler Ergebnisse veröffentlicht.


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Evaluation der DGUV Vorschrift 2 – Regelbetreuung der Betriebe mit mehr als 10 Beschäftigten

Mit der DGUV Vorschrift 2 gibt es seit dem 1. Januar 2011 erstmals für Berufsgenossenschaften und Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand eine einheitliche und gleichlautende Vorgabe zur Konkretisierung des Arbeitssicherheitsgesetzes. Im Mittelpunkt der Reform stand das neue Konzept der Regelbetreuung der Betriebe mit mehr als 10 Beschäftigten. Mittlerweile liegen Erfahrungen mit der Anwendung der DGUV Vorschrift 2 insbesondere aus Sicht der betrieblichen Akteure vor. Im Rahmen einer Evaluation wurden nun belastbare Erkenntnisse zur quantitativen und qualitativen Umsetzung der DGUV Vorschrift 2 in Betrieben mit mehr als 10 Beschäftigten in der Regelbetreuung (Anlage 2 der DGUV Vorschrift 2) gewonnen Der DGUV Report 1/2017 beschreibt die Hintergründe, die Methodik und alle Ergebnisse der Evaluation.


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Evaluation von Großveranstaltungen

Neben Seminaren gibt es viele Veranstaltungen zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Die Forschungslage zum Thema Evaluation von Veranstaltungen bietet wenig, ebenso gibt es kaum geeignete Erhebungsinstrumente. In einem Forschungsprojekt entwickelte das IAG ganzheitliche Instrumente zur Evaluation von Großveranstaltungen.


Bild: DGUV

Multitasking

Immer häufiger scheinen Beschäftigte zwei oder mehr Aufgaben gleichzeitig auszuführen. Dieses sogenannte „Multitasking“ kann sich negativ auf die Arbeitssicherheit und Gesundheit auswirken. Um die Effekte des Multitasking zu überprüfen, hat das IAG eine Untersuchung mit zwei alltagsnahen Szenarien durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Leistung deutlich schlechter wurde, während die subjektiv erlebte Anspannung stieg. Multitasking kann auch zu körperlichen Veränderungen führen wie z.B. einem Anstieg der Herzrate. Es zeigten sich jedoch weder Geschlechts- noch Altersunterschiede beim Multitasking.


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Personalentwicklung für Berufe mit begrenzter Tätigkeitsdauer:

In bestimmten Berufen scheiden überproportional viele Beschäftigte vorzeitig aus. Diese Berufe haben trotz Präventionsbemühungen eine begrenzte Tätigkeitsdauer. Das Projekt ergänzt klassische Präventionsansätze und konzentriert sich auf einen alternativen Weg: den Wechsel der Beschäftigten in andere Tätigkeiten oder Berufe. Wir erarbeiten Maßnahmen, damit dieser Wechsel zum richtigen Zeitpunkt in den richtigen Beruf erfolgt und gut vorbereitet wird. Damit können die Betroffenen länger gesund und berufstätig sein.

Die Ergebnisse im Modellberuf der stationären Krankenpflege, für den Straßen- und Tiefbau und für den Reinigungsberuf sind im iga-Report 17 Teil1 bis 3 veröffentlicht. Die Studie zu den Metallberufen finden Sie hier.


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Handynutzung im Auto

Wie verhalten sich Autofahrende, wenn sie telefonieren, im Vergleich zu einem Gespräch mit dem Beifahrer/der Beifahrerin? Welche Unterschiede im Fahrverhalten finden sich, wenn der Fahrer/die Fahrerin eine Freisprecheinrichtung nutzt oder aber das Handy mit der Hand hält? Ist insgesamt die Beeinträchtigung des Fahrers/der Fahrerin durch das Gespräch oder durch die Bedienung des Telefons größer? Diesen und anderen Fragen wurde  im Rahmen einer Literaturstudie systematisch nachgegangen.  Ziel dieses Projektes war es, einen Überblick über die bislang untersuchten Einflussfaktoren der Handy-Nutzung beim Autofahren zu gewinnen, diese kritisch zu bewerten und für die Versicherten Handlungsempfehlungen zu formulieren.


Bild: IAG/Stephan Floss

Das ergonomische Klassenzimmer

Das Beachten von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit kann nicht früh genug anfangen und in den Köpfen der Betroffenen und Verantwortlichen verankert werden. Deshalb beschäftigt sich die DGUV in einem umfangreichen Projekt mit dem Thema „Gute und gesunde Schule“. Ein wichtiges Element hierbei ist die ergonomische Gestaltung des Klassenraums. Er wurde im Projekt näher unter die Lupe genommen und die Lern- oder Arbeitsumgebung optimiert.

In einer Grundschule in Dresden (Sachsen) und einer Hauptschule in Hennef (NRW) wurde jeweils ein Klassenzimmer baulich verändert und hinsichtlich vier Aspekten optimiert: (1) Beleuchtung und Farbe, (2) Klima und Lüftung, (3) Lärm, (4) Möblierung und Fußboden. Die durch die Änderung dieser vier Aspekte erreichten Effekte wurden im Hinblick auf Gesundheits- und Lernförderlichkeit evaluiert. Die Ergebnisse des Projektes wurden in einem DGUV Report veröffentlicht.


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Kopfhörer im Straßenverkehr

Immer häufiger sieht man Fußgänger und Fußgängerinnen und Radfahrende, die Musik über Kopfhörer hören, während sie am Straßenverkehr teilnehmen. Wie sich dies auf das Reaktionsverhalten auswirkt, ist bisher kaum untersucht. In einem Experiment wurde überprüft, wie sich die Reaktionszeiten auf acht unterschiedliche Verkehrsgeräusche ändern, wenn über In-Ear- oder über On-Ear-Kopfhörer leise oder laute Musik gehört wird. Es zeigt sich, dass sich die Reaktionszeiten mit Musik deutlich verlängern im Vergleich zur Kontrollbedingung ohne Musik. Auch bereits bei leiser Musik kann sich die Reaktionszeit um die Hälfte erhöhen. Man kann davon ausgehen, dass verzögerte Reaktionen im Straßenverkehr das Unfallrisiko erhöhen. Aus diesem Grund sollte auf das Tragen von Kopfhörern im Straßenverkehr verzichtet werden. Hier finden Sie weitere Informationen zu diesem Projekt.


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Arbeitsbezogene erweiterte Erreichbarkeit: Wie belastet sind wir?

Das Thema „Ständige Erreichbarkeit“ wird in der letzten Zeit sehr oft in den Medien aufgegriffen. Allerdings gab es bisher kaum Untersuchungen zu diesem Thema. Das IAG hat in Kooperation mit der Unfallkasse Hessen 430 Beschäftigte befragt, warum und wie oft sie erreichbar sind und wie belastet sie sich dadurch fühlen. Es zeigt sich, dass der Großteil der Beschäftigten auch während der Freizeit erreichbar ist und dass sich rund jeder Siebte hierdurch stark oder sehr stark belastet fühlt. Viele Befragten gehen davon aus, dass der Vorgesetzte Erreichbarkeit erwartet, ohne dies genau zu wissen. Hier würden klare Absprachen zwischen Vorgesetzten und Beschäftigten helfen, wer wann im Team erreichbar sein muss und wann nicht. Die Ergebnisse wurden in einem IAG-Report veröffentlicht.


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Evaluation eines Programms zur Prävention von sexuellem Missbrauch bei Kindern

In vielen Schulen in Deutschland werden Präventionsprogramme für Kinder angeboten, durch die das Risiko für sexuellen Missbrauch verringert werden soll. In einer Literaturstudie des IAG konnte gezeigt werden, dass aber bisher kaum wissenschaftlich fundierte Evaluationen dieser Präventionsangebote vorliegen. Das IAG evaluiert deshalb das Programm „Mädchen und Jungen stärken“ des Deutschen Kinderschutzbundes, Ortsverband Münster. Zu diesem Programm lagen zumindest Ergebnisse einer Pilotstudie vor, die erste Hinweise auf die Wirksamkeit lieferten. Das Programm wird nun noch einmal mit einem wissenschaftlichen Evaluationsdesign bei insgesamt sieben Schulklassen untersucht. Erste Ergebnisse zeigen, dass das Programm nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, sondern auch für deren Eltern positive Effekte hat. Die Ergebnisse wurden in einem IAG-Report veröffentlicht.


Kontakt

Prof. Dr. Frauke Jahn
Tel.: +49 30 13001-2200
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